Apistische Monatsbeobachtungen

  • Gemeinde: Humlikon, ZH (465 m.ü.M.)
  • Beutentyp: Dadant-Blatt, ½ Rahmen
  • Lage: Dorfrand in Steinobstkultur, in Südlage
  • Trachtangebot: Kirschen, Zwetschgen, Raps, Wiese, Mischwald

Monatsberichte 2021
Die Monatsberichte betreffen jeweils den Zeitraum vom 11. eines Monats bis zum 10. des Folgemonats. Die Berichte sind chronologisch geordnet. Der aktuellste Bericht befindet sich an oberster Stelle.

Februar/März 2021

Eine Beobachtungsperiode der Extreme: -14 °C zeigte das Thermometer am 14. Februar, 19 °C gut zehn Tage später am 25.2.2021. Im Zürcher Weinland ist kein einziger Tropfen Niederschlag gefallen. Klirrend kalte Nächte und frostige Tage prägten die Mitte des Monats Februar. Dagegen gab es im letzten Monatsdrittel auf der Alpennordseite viel Sonnenschein und rekordhohe Tageshöchsttemperaturen. Im ersten Märzdrittel kehrten wir zur «Normalität» zurück.

Trachtangebot im Februar/März 2021 in Humlikon: Hasel und Erle sorgen für Pollennachschub. Schneeglöckchen, Krokusse sowie insbesondere die Kornelkirsche bieten die erste Nektarquelle.

Trachtangebot im Februar/März 2021 in Humlikon: Hasel und Erle sorgen für Pollennachschub. Schneeglöckchen, Krokusse sowie insbesondere die Kornelkirsche bieten die erste Nektarquelle.

Das über viele Tage milde und trockene Wetter begünstigte die Entwicklung von Hasel und Erle. Imkerinnen und Imker stellten dies an den Höschen der heimkehrenden Honigbienen fest. Allergiker spürten den deutlichen Anstieg der Pollenkonzentration in Augen und Nasen. Farbtupfer in der Landschaft kündigten den Vorfrühling an: Zuerst die Schneeglöckchen - hiervon gibt es in Humlikon ausladende Blütenteppiche. Dann die Krokusse in Gärten und Wiesen. Und zu Beginn des Monats März öffneten auch die Kornelkirschen ihre hellgelbe Blütenpracht. Erste nennenswerte Nektarquellen, welche die Bienen gerne und ausgiebig besuchten.

Brutnest im Vorfrühling

26. Februar 2021: Die Völker haben bereits schöne Brutnester angelegt.

An den Bienenständen entfernte ich die Mäusegitter. Zu viele Pollenhöschen wurden abgestreift und erreichten nicht das Innere der Beute. Einige Völker habe ich bei diesem Arbeitsschritt kurz geöffnet. Aus Neugierde, wie sich dieses oder jenes Volk wohl entwickelt hat. Insbesondere aber zur Kontrolle der Weiselrichtigkeit, wenn mich schwacher Flugbetrieb oder geringer Polleneintrag verunsicherte. Ganz überrascht fand ich – mit Ausnahme von zwei Beuten - bereits schöne Brutnester vor.

Januar/Februar 2021

Im Zürcher Weinland zeigte sich der Januar wieder einmal so richtig winterlich. Die Temperaturen waren eher unterdurchschnittlich. In einzelnen klaren Nächten fiel das Thermometer auf bis zu -9 °C. Auch tagsüber bewegten sich die Temperaturen kaum über dem Gefrierpunkt. Vom frühen Morgen des 14. bis zum Mittag des 15. Januars fiel ununterbrochen Schnee - insgesamt 45 cm innert 30 Stunden. Das Ergebnis: Eine zauberhafte Winterlandschaft.

Freitagnachmittag, 15. Januar 2021: Zauberhafte Winterstimmung am Huemliker Weiher.

An den Bienenständen gab's im Januar nicht viel zu tun - ein Kontrollgang nach den heftigen Schneefällen reichte, um die Fluglöcher wieder frei zu machen und die Mäusegitter wo nötig zu richten. Umso mehr Zeit blieb für die Herstellung von Bienenwachstüchern und die Reinigung meiner Apidea-Begattungskästchen.

Mein Prüfstand in Humlikon am Nachmittag des 15.1.2021 unter einer dicken Schneedecke.

Erst in den letzten Januartagen brachte kräftiger Wind aus West bis Südwest mildere Luft. Im Zürcher Weinland regnete es zudem ausgiebig. Sowohl die milderen Temperaturen wie auch der starke Regen wirkten als «Schneefresser». Die weisse Pracht schmolz im Nu dahin.

5. Februar 2021: Pollensammlerin beim Anflug eines Haselstrauchs

5. Februar 2021: Pollensammlerin beim Anflug eines Haselstrauchs

Die erste Februarwoche brachte trockeneres Wetter. Die Temperaturen zogen leicht an. Am Nachmittag des 5. Februar zeigte das Thermometer gar 17 °C im Schatten. Die Bienen nutzten diesen ersten Flugtag des neuen Jahres ausgiebig für Reinigungsflüge. Auch Pollen – insbesondere Hasel - wurde reichlich gesammelt und eingetragen.